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2. Münchner Tagung zur Rechtsvisualisierung

Auf der 2. Münchner Tagung zur Rechtsvisualisierung spreche ich über ‘Legal Information Design’ und die Frage, wie Dinge und Gegenstände der Rechtsausübung durch Design symbolisiert werden. Dazu habe ich bildliche Darstellungen problematisiert, die Recht, Gerechtigkeit, Rechtsausübung verkörpern, die uns als Zeichen für Rechtsausübung dienen und doch als solche nicht erkennbar sind.

Der Rezensent schreibt im RSOZBlog: “In seinem Vortrag wollte Buurman »ganz naiv an das Recht herangehen«. Dazu fächerte er das Recht in fünf Bereiche auf: Recht erstellen, Recht vermitteln, Recht erkennen, Recht handeln, Recht aktualisieren. Bei der Suche nach den Schnittstellen gab es Gelegenheit, dem »multisensorischen Recht« Reverenz zu erweisen. Man erfuhr, dass Subjekt und Medium in Beziehung treten, dass Maschinen intuitiv (?) auf den Benutzer reagieren, von der sinnlichen Erfahrbarkeit dieses Prozesses, und natürlich war auch von Adaptivität und Kontextualität die Rede. Besonders der Rüttelalarm in Handy und Auto hatte es dem Redner angetan. Gefallen hat mir das Stichwort Prozessästhetik: »Prozessästhetik bezeichnet die Qualität, die im Verlaufe einer Handlungsfolge erfahren wird.« Der Gegensatz von Prozessästhetik und Objektästhetik ist ja doch eine schöne Analogie zu demjenigen von substantive justice und procedural justice. Richtig konkret wurde Buurman dann doch nicht, und das durfte man auch gar nicht erwarten. Aber es gab geistreiche Andeutungen über die wunderbare Welt der technikgestützten Kommunikation und dabei reichlich Gelegenheit, das Multisensorische zu betonen.
Buurman endete mit einer kleinen Paraphrase von Richard Susskinds Buch »The End of Lawyers« (2008). Wer das Buch nicht zur Hand hat, findet einige Erläuterungen von Susskind selbst und die wichtigsten Stichworte im Internet. Den Designer interessiert an dem Wandlungsprozess, der unter dem Einfluss der IuK-Technik stattfindet, was er embedded legal knowlegde nennt. Und das ist wirklich höchst interessant.”

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DesigntheorieDigitale HandlungsräumeModellUniversität Zürich

Gerhard M. Buurman • 25. November 2009


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