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An die Bürgerschaft

Kunsthochschulen sind Orte des Experimentierens und sie werden durch Menschen erhalten, die sich künstlerisch betätigen. Was immer die Kunst auch sei. Freie Gesellschaften unterhalten Kunsthochschulen, weil sie schon in ihrem Grundverständnis an dem Anderen interessiert sind. Die Existenz öffentlich finanzierter Kunsthochschulen ist daher auch nicht eine Folge freiheitlicher Gesinnung, sondern vielmehr eine ihrer Ursachen. Die Führung…

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Steffen Mau, Suhrkamp/Insel

Das metrische Wir – Über die Quantifizierung des Sozialen

Der Soziologe Steffen Mau legte unlängst sein neuestes Buch vor. Unter dem Titel “Das metrische Wir – Über die Quantifizierung des Sozialen” entstand eine Kartographie jener Techniken, die wir in unserer Disziplin unter dem Begriff des Quantified Self gut kennen. Schliesslich entstehen im Design jene hübschen Techniken und Prozeduren, die uns die Selbstvermessung ans Herz…

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© Gerhard M. Buurman

Sind wir jetzt endlich glücklich?

Lassen Sie uns über das Glück sprechen. Was passiert, beanspruchen wir Glück, als Teil einer kalkulierbaren Lebenszufriedenheit und konfrontieren damit unser ökonomisches System? Zunächst einmal wird die Ökonomie (als soziales System gedacht) irritiert sein. Da Glück nun einmal keine ökonomische Kategorie ist, kann es mit dieser Forderung nichts anfangen, es kann die Anfragen des psychischen…

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The Atlas of Economic Complexity

“The Atlas of Economic Complexity” ist ein 2011 erschienenes Buch von Ricardo Hausmann, Cesar A. Hidalgo, Sebastián Bustos, Michele Coscia, Sarah Chung, Juan Jimenez, Alexander Simoes and Muhammed A. Yıldırım. Das Buch erläutert komplexe ökonomische Zusammenhänge und unterscheidet sich in seinen Darstellungen und assoziativen Designs von jenen Standardmodellen, die wir aus der Ökonomie kennen. Hier…

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Tell me what I want!

In einer halbseitigen Anzeige kündigt Volkswagen von kommenden Zeiten. Wir müssen uns einmal darüber unterhalten, was passieren wird, wenn wir eine Technik installieren, die uns systematisch einen Schritt voraus ist. “Reagiert. Bevor Sie bemerken, worauf.” (Originalslogan der Volkswagen Anzeige) “Agiert. Bevor Sie bemerken, warum.” “Interagiert. Bevor Sie bemerken, mit wem.” “Intraagiert. Bevor Sie bemerken, mit…

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“Hegemonie statt Biologie”

Stefan Schmitt zeichnet in der Zeit (6. Juli, Nr. 28, Ressort Politik) ein ganz außergewöhnlich klares Bild, vom gegenwärtigen Zustand mancher Geister. Es ist dieses autoritäre Selbstdenken, dieses abenteuerlustige Beharren auf der Vorherrschaft des Menschen. “Womit wir beim Thema Herzensbildung wären. Ästhetisch und ethisch sind die Gegenstände der Evolutionstheorie ja ebenso relevant: Wie das Leben…

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Denken vs. Rentabilitätsprosa

Michael Hagner, Wissenschaftsforscher der ETH Zürich, erläutert in seinem lesenswerten Beitrag für die NZZ die Bedeutung der Geisteswissenschaften und ihren Nutzen für Demokratie und gegen Fundamentalismus und Barbarei. Zum Artikel (Download) Zum Artikel (online via NZZ) art of administration lab Foto: Matt Sullivan / Reuters

Flur, 4. OG, ZHdK © Gerhard M. Buurman

New Governance: Designfolgenabschätzung!

Die Wissenschaft erkundet die Natur der Dinge, die Wirtschaft erkundet das, was wir wissen können. Daraus schlussfolgern wir dann, was wir tun sollen und hoffen dürfen. So entstehen oft restlos überambitionierte Weltprojekte (Krajewski) und formen ein aus Menschensicht unheimliches Dispositiv. Es bilden sich Formationen, die in ihrer Dringlichkeit auf (scheinbar vermeidbare) Notstände antworten. So reagieren die…

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Wittgenstein (et.al.) über Innovation

“Das, was man weiss, wenn uns niemand fragt, aber nicht mehr weiss, wenn wir es erklären sollen, ist etwas, worauf man sich besinnen muss.” Ludwig von Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen § 89 „Die Gedanken sind weder Dinge der Außenwelt noch Vorstellungen. Ein drittes Reich muss anerkannt werden.“ Frege, G. (1918) Der Gedanke: eine logische Untersuchung. In: Beiträge zur…

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Mehr Mut zum Experiment

Der Mensch hat sich daran gewöhnt, sein Handeln von technischem Zubehör lenken zu lassen. Die Neugier auf das Unbekannte ging verloren. Die Freiheit des Denkens muss darum zurückerobert werden. Link zum Feuilleton, NZZ Online, 12. Oktober 2016 Gedruckte Version (download)

Die digitale Schiefertafel als Ende unserer Geldkultur?

Im Sommer 2016 habe ich ein Gespräch geführt mit Redakteuren der Zeitschrift CLEARIT, der Schweizer Fachzeitschrift für den Zahlungsverkehr (Ausgabe 68 | September 2016) Links: CLEARIT Die Fachzeitschrift für den Zahlungsverkehr. September-Ausgabe 2016 Clearit, Schweizer Fachzeitschrift für den Zahlungsverkehr

Das Kapitalismustribunal

Eine empfehlenswerte Lektüre zu der Frage, wie sich unsere Demokratie weiterentwickeln kann. Im Vorwort dieses höchst spannenden Buches (das ich als Bedienungsanleitung lese) geht es um nichts weniger als die Frage, wie wir als Gesellschaft an den “Unabänderlichkeiten” der Zeit vorbeikommen und neue Wege gehen können. Die Konstruktionsfehler unserer Verfasstheit werden hier auf die Anklagebank gesetzt. Die…

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Utopia 1516 – 2016

Das Somerset House London feiert den 500. Geburtstag von Thomas Morus’ UTOPIA. Die Initiatorinnen stellen die Frage: Was ist oder, was wäre Utopia für uns heute? Thomas Morus hat mit seiner Arbeit ein Genre erfunden, dass uns bis heute inspiriert anders über unsere Gegenwart nachzudenken. UTOPIA 2016 ist eine Zusammenarbeit zwischen Somerset House, King’s College London and…

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GROW | DEGROW

The Mass Consumption of Ideas. Design and the Arts of Social Intercourse

Vortrag KISD Konferenz: Grow | Degrow. Design zwischen Exzess und Kalkül Köln International School of Design, 20. Mai 2015 If societies talk about progress and social welfare, design and innovation has become key factors of hope. As a matter of fact design has changed its initial position. Its not so long since we talked about…

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Mit Marc Rölli bei Menschen Formen in Berlin

Vorstellung unseres Projektes “Eigenlogik des Designs” bei Menschen Formen, einer Arbeitsgruppe, die im Herbst 1998 aus einem Seminar am Institut für Soziologie der FU Berlin hervorgegangen ist. Ihre Arbeit widmet sich u.a. Kritischer Theorie, Konstruktivismus, Systemtheorie, Dekonstruktivismus und Differenzphilosophie … hier ist unser Projekt genau richtig 🙂 Zeit: 7. März 2016 Ort: Menschen Formen e.V., Manteuffelstrasse 20, Berlin-Kreuzberg www.menschenformen.de…

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Gottlieb Duttweiler Institute

Behavioral Economics – Behavioral Design

Anlässlich der zweitägigen Academy «How to Design High Performance Institutions» am Gottlieb Duttweiler Institute (28. – 29.01.2016) spreche ich über das Thema Behavioral Design. Es geht um die Frage, ob und wie im Rahmen der Planung neuer Produkte und Dienste das künftige Verhalten der Menschen antizipiert werden kann. Die Veranstaltung entstand in Kooperation des Gottlieb Duttweiler…

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Thomas Feichtner

Design unplugged

Am 28. Januar 2016 eröffne ich im Bildraum Bodensee eine Ausstellung über das zeichnerische Œvre des österreichischen Designkünstlers Thomas Feichtner. Die Ausstellung Design Unplugged und das gleichnamige Buch (herausgegeben vom MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst) eröffnen einen unverfälschten Blick hinter die Kulissen des Designs. Aus der Ankündigung der Galerie Bildraum Bodensee: “Skizzen wie Gedankennotizen…

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Buch: Disruptive Power

Taylor Owen beschreibt in seinem neuen Buch eindrucksvoll wie die Verbindung die Repräsentation als wichtigsten Ort [locus] der Macht abgelöst hat. Owens Interesse und Enthusiasmus für horizontale, flache Experimente ist gering und unterscheidet sich notwendigerweise von den Stimmen derer, die die Technologie als neue Form praktizierter Politik verstehen.

Max Ernst mit Willy Brandt

Quote: “Wie mein Benehmen, …

so ist auch mein Werk: nicht harmonisch im Sinne der klassischen Komponisten, nicht einmal im Sinne der klassischen Revolutionäre. Aufrührerisch, ungleichmässig, widersprüchlich, ist es für Spezialisten der Kunst, der Kultur, des Benehmens, der Logik, der Moral unannehmbar, Es hat dafür die Gabe, meine Komplizen: die Dichter, die Pataphysiker und ein paar Analphabeten zu bezaubern.” Max…

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© Alexis Monnerot-Dumaine

Cryptosthetics

Die Ästhetik der Sicherheit ist im Wandel begriffen. Alte Ikonographien taugen nicht mehr oder sie bewirken das Gegenteil. Die Ikonographie der sicherheitsrelevanten Industrien (Banken, Service Public, Gesundheit u.v.a.) müssen sich auf einen Wandel vorbereiten. Was heute zählt ist die Verschlüsselung. Deren Signaturen und Supersysteme arbeiten mit kryptografischen Metaphern – nennen wir es das Zeitalter der Cryptosthetics….

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